Die wichtigsten Immobilien-Franchise-Systeme im Überblick
Der deutsche Immobilienmarkt ist geprägt von einer Vielzahl unterschiedlicher Franchise-Systeme, die Maklern und Unternehmern verschiedene Geschäftsmodelle anbieten. Die Bandbreite reicht von etablierten internationalen Marken bis hin zu spezialisierten deutschen Anbietern, die sich auf bestimmte Marktsegmente konzentrieren.
RE/MAX gehört zu den bekanntesten internationalen Franchise-Systemen und ist seit 1973 auch in Deutschland aktiv. Das System funktioniert nach dem Prinzip der Provisionsaufteilung zwischen Franchisegeber und Franchisenehmer, wobei die Makler als selbstständige Unternehmer agieren. Die Einstiegsgebühr liegt bei etwa 25.000 bis 35.000 Euro, hinzu kommen monatliche Franchisegebühren von 6 bis 8 Prozent des Umsatzes sowie Werbeabgaben.
Engel & Völkers positioniert sich im Premium-Segment und konzentriert sich auf hochwertige Immobilien. Das Franchise-System setzt auf ein exklusives Markenimage und strenge Qualitätsstandards. Die Investitionssumme für eine Engel & Völkers-Lizenz bewegt sich zwischen 40.000 und 80.000 Euro, je nach Standort und Marktgebiet. Zusätzlich fallen laufende Gebühren von etwa 8 bis 12 Prozent des Umsatzes an.
CENTURY 21, ursprünglich aus den USA stammend, bietet ein klassisches Makler-Franchise mit starker Markenidentität. Die goldgelbe Markenfarbe ist international erkennbar, und das System setzt auf umfangreiche Schulungsprogramme. Die Einstiegskosten liegen bei 20.000 bis 30.000 Euro, die laufenden Gebühren bei 6 Prozent des Umsatzes plus Marketingabgaben.
Regionale Anbieter wie HOMEDAY Franchise oder VON POLL IMMOBILIEN haben sich ebenfalls etabliert. Diese Systeme kombinieren oft die Vorteile einer bekannten Marke mit regionaler Flexibilität. Die Investitionssummen variieren stark, bewegen sich aber meist zwischen 15.000 und 50.000 Euro für die Einstiegsgebühr.
Ein wichtiger Aspekt bei der Auswahl ist die Gebietsexklusivität. Während manche Systeme Ihnen ein exklusives Verkaufsrecht für ein bestimmtes Postleitzahlengebiet gewähren, arbeiten andere mit mehreren Partnern in derselben Region. Dies kann zu intensiver interner Konkurrenz führen, bietet aber auch Möglichkeiten zur Zusammenarbeit.
Die digitalen Franchise-Systeme gewinnen zunehmend an Bedeutung. Anbieter wie ZIEGERT oder regionale Online-Makler bieten hybride Modelle an, die traditionelle Maklerservices mit digitalen Tools & Software für die Immobilienbranche kombinieren. Diese Systeme haben oft niedrigere Einstiegskosten, setzen aber voraus, dass Sie bereits über digitale Kompetenzen verfügen.
Kosten und Finanzierung: Was Sie wirklich investieren müssen
Die Gesamtinvestition für ein Immobilien-Franchise geht weit über die reine Franchisegebühr hinaus. Eine realistische Kalkulation sollte alle Kostenpositionen berücksichtigen, die in den ersten zwei Geschäftsjahren anfallen – einem kritischen Zeitraum, in dem viele Franchise-Nehmer ihre Durststrecke überwinden müssen.
Die Franchisegebühr ist nur der Anfang. Hinzu kommen Büroausstattung, IT-Systeme, Fahrzeugkosten und vor allem Personalkosten. Ein typisches Immobilien-Franchise benötigt eine Startfinanzierung von mindestens 80.000 bis 150.000 Euro, um professionell durchstarten zu können. Wer glaubt, mit der reinen Franchisegebühr auszukommen, wird schnell eines Besseren belehrt.
Bei der Büroausstattung sollten Sie mit 15.000 bis 25.000 Euro rechnen. Premium-Franchise-Systeme haben oft strikte Vorgaben bezüglich der Bürogestaltung, die zusätzliche Kosten verursachen. Die IT-Ausstattung inklusive CRM-System, Website und digitaler Marketingtools schlägt mit weiteren 5.000 bis 10.000 Euro zu Buche.
Personalkosten werden oft unterschätzt. Selbst wenn Sie zunächst als Ein-Personen-Betrieb starten, benötigen Sie spätestens nach sechs Monaten administrative Unterstützung. Eine Teilzeit-Assistenz kostet monatlich 1.500 bis 2.500 Euro, bei Vollzeit entsprechend mehr. Viele erfolgreiche Franchise-Nehmer stellen bereits im ersten Jahr einen zweiten Makler ein, um das Geschäft skalieren zu können.
Die laufenden Kosten summieren sich erheblich. Neben den Franchisegebühren (6-12% des Umsatzes) und Marketingabgaben (1-3%) kommen Bürokosten, Versicherungen, Weiterbildungen und Marketingmaßnahmen hinzu. Ein realistisches monatliches Budget sollte mindestens 8.000 bis 12.000 Euro betragen, um alle Fixkosten zu decken.
Finanzierungsmöglichkeiten gibt es verschiedene. Viele Hausbanken sind bei Franchise-Konzepten aufgeschlossen, da das Geschäftsmodell bewährt und das Ausfallrisiko oft geringer ist als bei freien Maklern. Die KfW bietet spezielle Gründerkredite, und manche Franchise-Systeme haben eigene Finanzierungspartner. Eigenkapital von mindestens 30-40% der Gesamtinvestition sollten Sie jedoch mitbringen.
Steuerliche Aspekte dürfen nicht übersehen werden. Die Franchisegebühr ist als Betriebsausgabe absetzbar, ebenso die laufenden Gebühren. Allerdings müssen Sie die Umsatzsteuer auf Ihre Provisionen abführen, was bei der Liquiditätsplanung berücksichtigt werden muss. Ein erfahrener Steuerberater mit Immobilien-Know-how ist von Anfang an unverzichtbar.
Vor- und Nachteile: Eine ehrliche Bewertung
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Die Entscheidung für ein Franchise-System bringt klare Vor- und Nachteile mit sich, die Sie nüchtern gegeneinander abwägen sollten. Viele angehende Franchise-Nehmer fokussieren sich zu stark auf die Vorteile und unterschätzen die strukturellen Nachteile, die mit der Anbindung an ein System einhergehen.
Der größte Vorteil liegt in der sofortigen Markenbekanntheit. Während Sie als freier Makler Jahre brauchen, um sich einen Namen zu erarbeiten, profitieren Sie vom ersten Tag an von der Reputation etablierter Marken. Ein Kunde, der "Engel & Völkers" oder "RE/MAX" hört, hat sofort bestimmte Qualitätserwartungen und Vertrauen. Diese Markenpower kann entscheidend sein, besonders in umkämpften Märkten.
Die systematische Ausbildung ist ein weiterer wichtiger Pluspunkt. Die meisten Franchise-Systeme bieten strukturierte Schulungsprogramme, die weit über das hinausgehen, was Sie in einer klassischen Maklerausbildung lernen. Von Verkaufstechniken über rechtliche Updates bis hin zu digitalen Marketingstrategien – das Know-how wird kontinuierlich erweitert und aktualisiert.
Operative Unterstützung entlastet Sie von vielen administrativen Aufgaben. Marketingkampagnen werden zentral entwickelt, IT-Systeme bereitgestellt und rechtliche Updates kommuniziert. Diese Professionalisierung ermöglicht es Ihnen, sich auf das zu konzentrieren, was Sie am besten können: Immobilien verkaufen und Kundenbeziehungen pflegen.
Die Nachteile sind jedoch nicht von der Hand zu weisen. Der größte Kritikpunkt sind die hohen laufenden Kosten. 6-12% Ihres Umsatzes an Franchisegebühren zu zahlen, bedeutet bei einem Jahresumsatz von 300.000 Euro zwischen 18.000 und 36.000 Euro weniger Gewinn. Diese Summe müssen Sie durch die Systemvorteile erst einmal erwirtschaften.
Eingeschränkte Flexibilität ist ein weiterer Nachteil. Sie müssen sich an vorgegebene Prozesse, Preisstrukturen und Marketingrichtlinien halten. Wenn Sie eine innovative Idee haben oder auf lokale Marktgegebenheiten reagieren möchten, stoßen Sie schnell an Systemgrenzen. Manche Franchise-Nehmer fühlen sich mehr wie angestellte Manager denn wie selbstständige Unternehmer.
Die Abhängigkeit vom Franchise-System kann problematisch werden. Wenn der Franchise-Geber in Schwierigkeiten gerät, wirtschaftliche Probleme bekommt oder strategische Entscheidungen trifft, die Ihrem Markt schaden, haben Sie wenig Einfluss darauf. Ausstiegsklauseln sind oft restriktiv und kostspielig.
Territoriale Beschränkungen können Wachstumschancen begrenzen. Wenn Sie erfolgreich sind und expandieren möchten, aber Ihr Gebiet bereits ausgeschöpft ist, müssen Sie entweder zusätzliche Lizenzen erwerben oder Ihr Wachstum künstlich beschränken. Manche Franchise-Systeme bieten auch keinen Schutz vor interner Konkurrenz durch andere Franchise-Nehmer.
Alternative Geschäftsmodelle für Immobilienprofis
Bevor Sie sich für ein Franchise-System entscheiden, sollten Sie die verfügbaren Alternativen kennen und bewerten. Der Immobilienmarkt bietet verschiedene Geschäftsmodelle, die jeweils unterschiedliche Vor- und Nachteile haben und zu verschiedenen Unternehmertypen passen.
Der klassische freie Makler bleibt die häufigste Alternative. Sie behalten 100% Ihrer Provisionen, haben maximale Flexibilität bei Geschäftsentscheidungen und können Ihre Marke völlig frei gestalten. Der Aufbau dauert länger, und Sie müssen alle Systemkomponenten selbst entwickeln – von der Website bis zum CRM-System. Erfolgreiche freie Makler investieren oft erheblich in professionelles Marketing für Immobilienmakler und digitale Systeme, um konkurrenzfähig zu bleiben.
Kooperationen und Netzwerke gewinnen an Bedeutung. Hier schließen sich mehrere unabhängige Makler zusammen, um Synergien zu nutzen, ohne ihre Selbstständigkeit aufzugeben. Sie teilen sich Marketingkosten, tauschen Leads aus und können gemeinsam größere Projekte stemmen. Die Immobilienmakler-Kooperation IVD (Immobilienverband Deutschland) oder regionale Netzwerke bieten solche Strukturen an.
Lizenzmodelle stellen eine Mittelposition zwischen Franchise und freiem Makler dar. Sie erwerben die Rechte an einer Marke und bestimmten Systemen, haben aber mehr Freiheiten als klassische Franchise-Nehmer. Die Kosten sind meist niedriger, dafür ist die Unterstützung weniger intensiv. Anbieter wie DAHLER & COMPANY oder regionale Maklerverbände nutzen solche Modelle.
Online-Maklerei und Hybrid-Modelle revolutionieren die Branche. Reine Online-Makler wie McMakler oder Homeday haben gezeigt, dass digitale Geschäftsmodelle funktionieren. Als selbstständiger Makler können Sie sich an solchen Plattformen beteiligen oder eigene digitale Services entwickeln. Die Margen sind oft niedriger, aber die Skalierbarkeit ist höher.
Spezialisierung bietet eine weitere Alternative. Statt als Generalist zu arbeiten, können Sie sich auf lukrative Nischen konzentrieren: Gewerbeimmobilien, Luxusimmobilien, Bauträgervertrieb oder internationale Kunden. Diese Spezialisierung erfordert spezifisches Know-how, ermöglicht aber oft höhere Margen und weniger Konkurrenz.
Angestellte Positionen bei großen Maklerhäusern oder Immobilienunternehmen sind eine risikoärmere Alternative. Sie erhalten ein festes Gehalt plus leistungsbezogene Boni, haben geregelte Arbeitszeiten und müssen sich nicht um Betriebsführung kümmern. Die Verdienstmöglichkeiten sind begrenzt, aber das unternehmerische Risiko entfällt.
Joint Ventures mit Bauträgern, Banken oder anderen Immobilienunternehmen können lukrative Geschäftsmöglichkeiten eröffnen. Sie bringen Ihre Maklerexpertise ein, während der Partner Kapital, Projekte oder Kundennetze beisteuert. Solche Kooperationen erfordern Verhandlungsgeschick und juristisches Know-how, können aber sehr profitabel sein.
Die Entscheidung hängt von Ihren persönlichen Zielen, Ihrer Risikobereitschaft und Ihren finanziellen Möglichkeiten ab. Manche Makler starten mit einem Franchise-System, um schnell Fuß zu fassen, und wechseln später zu einem freien Modell. Andere bleiben dauerhaft im System, weil sie die Struktur und Unterstützung schätzen.
Praxisbeispiel: Erfolgreicher Franchise-Einstieg in Süddeutschland
Ein erfahrener Bankmanager aus einer süddeutschen Großstadt entschied sich 2019 nach 15 Jahren im Finanzwesen für den Wechsel in die Immobilienbranche. Statt den Weg als freier Makler zu gehen, wählte er bewusst ein etabliertes Franchise-System, um das Gründungsrisiko zu minimieren und von bewährten Strukturen zu profitieren.
Die Auswahl fiel nach intensiver Prüfung auf ein Premium-Franchise-System, das sich auf hochwertige Wohnimmobilien spezialisiert hatte. Die Einstiegsinvestition betrug 65.000 Euro Franchisegebühr plus weitere 85.000 Euro für Büroausstattung, IT-Systeme und Startkapital. Insgesamt investierte er 150.000 Euro Eigenkapital und nahm zusätzlich einen KfW-Kredit über 80.000 Euro auf.
Die ersten sechs Monate verliefen erwartungsgemäß schleppend. Trotz intensiver Schulungen und Systemunterstützung dauerte es, bis die ersten Verkaufsabschlüsse kamen. Das Franchise-System stellte zwar Leads zur Verfügung, aber die Qualität war gemischt, und die meisten ernsthaften Verkäufer kamen letztendlich über persönliche Empfehlungen und lokales Networking.
Der Durchbruch kam im zweiten Jahr durch eine geschickte Positionierung im lokalen Luxussegment. Statt zu versuchen, alle Preissegmente zu bedienen, konzentrierte er sich auf Immobilien ab 800.000 Euro aufwärts. Die Markenbekanntheit des Franchise-Systems half dabei erheblich, da vermögende Kunden das Premium-Image schätzten und Vertrauen hatten.
Nach drei Jahren hatte sich die Investition ausgezahlt. Der Jahresumsatz lag bei 420.000 Euro, davon gingen etwa 35.000 Euro als Franchisegebühren an die Zentrale. Der Reingewinn betrug nach allen Kosten etwa 180.000 Euro – ein durchaus respektables Ergebnis für einen Quereinsteiger. Besonders wertvoll erwies sich das kontinuierliche Schulungsprogramm, da sich rechtliche Rahmenbedingungen und Markttrends ständig änderten.
Die größte Herausforderung lag in der eingeschränkten Flexibilität bei Marketingmaßnahmen. Lokale Kooperationen mit Architekten und Finanzberatern mussten erst über die Zentrale genehmigt werden, was innovative Ansätze verlangsamte. Auch die vorgeschriebene Software-Lösung erwies sich als weniger flexibel als gewünscht, sodass zusätzliche Tools angeschafft werden mussten.
Im vierten Jahr kam der Wendepunkt. Das erfolgreiche Geschäft ermöglichte es, eine zusätzliche Maklerinstelle zu schaffen und eine Vollzeit-Assistenz einzustellen. Das Franchise-System unterstützte die Expansion mit Schulungen für neue Mitarbeiter und einem bewährten Einarbeitungskonzept. Der Umsatz stieg auf 680.000 Euro, bei einem Reingewinn von etwa 280.000 Euro.
Heute, fünf Jahre später, führt er eines der erfolgreichsten Büros in seinem Franchise-System. Zwei weitere Makler und eine Vollzeit-Assistenz arbeiten im Team. Der jährliche Umsatz liegt konstant über 800.000 Euro. Rückblickend bereut er die Franchise-Entscheidung nicht, auch wenn er mittlerweile über genug Erfahrung verfügen würde, um als freier Makler erfolgreich zu sein.
Wie scale.immo Immobilienunternehmer bei strategischen Entscheidungen unterstützt
Die Entscheidung zwischen Franchise-System, freiem Makler-Dasein oder alternativen Geschäftsmodellen gehört zu den wichtigsten strategischen Weichenstellungen in der Immobilienbranche. Bei scale.immo verstehen wir, dass diese Entscheidung nicht nur finanzielle Auswirkungen hat, sondern die gesamte Unternehmensentwicklung der nächsten Jahre prägt. Unsere 15-jährige Erfahrung in der Immobilien- und Finanzbranche zeigt: Die richtige Entscheidung hängt von individuellen Faktoren ab, die eine pauschale Beratung nicht berücksichtigen kann.
Unser Beratungsansatz beginnt mit einer umfassenden Analyse Ihrer persönlichen und geschäftlichen Situation. Wir prüfen nicht nur die offensichtlichen Faktoren wie verfügbares Kapital und Marktkenntnisse, sondern auch die weniger greifbaren Aspekte: Ihre Risikobereitschaft, Führungsqualitäten, lokalen Netzwerke und langfristigen Ziele. Ein erfahrener Finanzprofi mit stabilem Kundenstamm benötigt eine andere Strategie als ein Quereinsteiger ohne Branchenerfahrung.
Die Marktanalyse gehört zu unseren Kernkompetenzen. Wir untersuchen das spezifische Marktumfeld Ihres geplanten Standorts: Konkurrenzsituation, Preisentwicklung, demografische Trends und regulatorische Veränderungen. Diese Analyse hilft dabei zu bewerten, ob ein Franchise-System in Ihrem Markt tatsächlich Vorteile bringt oder ob Sie als freier Makler bessere Chancen haben. Besonders in übersättigten Märkten kann die Markenbekanntheit eines Franchise-Systems entscheidend sein, während in unterversorgten Gebieten die Flexibilität eines freien Maklers vorteilhafter ist.
Unsere Expertise in der digitalen Transformation der Immobilienbranche fließt direkt in die Beratung ein. Wir bewerten die technologischen Systeme verschiedener Franchise-Anbieter und vergleichen sie mit individuellen Lösungen. Viele Franchise-Systeme hinken bei der Digitalisierung hinterher und bieten veraltete CRM-Systeme oder unflexible Websites. Als unabhängiger Makler können Sie modernste Technologien nutzen, benötigen aber das Know-how für die richtige Auswahl und Implementierung.
Die Entwicklung individueller Geschäftsmodelle ist unsere Spezialität. Falls sich herausstellt, dass weder ein klassisches Franchise noch das freie Makler-Dasein optimal zu Ihren Zielen passen, entwickeln wir gemeinsam alternative Ansätze. Das können hybride Modelle sein, die Franchise-Elemente mit unternehmerischer Freiheit kombinieren, oder spezialisierte Nischensegmente, die höhere Margen bei geringerer Konkurrenz ermöglichen.
Unser Netzwerk zu erfolgreichen Immobilienunternehmern ermöglicht es, Sie mit Praktikern verschiedener Geschäftsmodelle zu vernetzen. Diese Gespräche sind oft wertvoller als theoretische Analysen, da sie ungefilterte Einblicke in den Alltag verschiedener Unternehmensformen bieten. Wir arrangieren vertrauliche Gespräche mit erfolgreichen Franchise-Nehmern verschiedener Systeme sowie mit freien Maklern unterschiedlicher Spezialisierungen.
Die Implementierungsbegleitung unterscheidet uns von klassischen Unternehmensberatern. Nach der strategischen Entscheidung unterstützen wir Sie bei der praktischen Umsetzung: Von der Vertragsverhandlung mit Franchise-Gebern über die Auswahl geeigneter Bürostandorte bis hin zur Entwicklung Ihrer Marketingstrategie. Besonders beim Aufbau digitaler Systeme und Online-Marketing-Kampagnen können wir auf bewährte Konzepte aus der Praxis zurückgreifen.
Häufig gestellte Fragen zu Immobilien-Franchise-Systemen
Wie hoch sind die realen Gesamtkosten eines Immobilien-Franchise in den ersten zwei Jahren?
Die meisten angehenden Franchise-Nehmer unterschätzen die Gesamtinvestition erheblich. Neben der reinen Franchisegebühr, die zwischen 20.000 und 80.000 Euro liegt, müssen Sie mit erheblichen Zusatzkosten rechnen. Die Büroausstattung nach den oft strengen Corporate-Design-Vorgaben kostet 15.000 bis 30.000 Euro. IT-Ausstattung, CRM-Systeme und Website-Setup schlagen mit weiteren 8.000 bis 15.000 Euro zu Buche. Personalkosten werden oft übersehen: Selbst eine Teilzeit-Assistenz kostet monatlich 2.000 bis 3.000 Euro einschließlich aller Nebenkosten. Die laufenden Franchisegebühren von 6-12% des Umsatzes plus Marketingabgaben von 1-3% summieren sich bei einem Jahresumsatz von 300.000 Euro auf 21.000 bis 45.000 Euro jährlich. Rechnen Sie realistisch mit einer Gesamtinvestition von 120.000 bis 200.000 Euro für die ersten zwei Jahre, um professionell zu starten und die typische Durststrecke zu überstehen.
Welche Franchise-Systeme haben die höchsten Erfolgsquoten für Franchise-Nehmer?
Die Erfolgsquoten variieren stark zwischen den Systemen und hängen von der Definition von "Erfolg" ab. Premium-Marken wie Engel & Völkers haben statistisch höhere Überlebensraten, weil sie strengere Auswahlkriterien für Franchise-Nehmer haben und meist finanzkräftigere Partner gewinnen. RE/MAX und CENTURY 21 zeigen solide Erfolgsraten von etwa 70-80% Überlebenswahrscheinlichkeit nach drei Jahren, wobei die regionale Streuung erheblich ist. Wichtiger als die pauschale Erfolgsquote ist die spezifische Performance in Ihrem Zielmarkt. Fragen Sie konkret nach der Anzahl der Franchise-Nehmer, die in den letzten fünf Jahren in Ihrer Region aufgehört haben und warum. Seriöse Systeme stellen diese Informationen zur Verfügung. Generell haben spezialisierte Systeme für Gewerbeimmobilien oder Luxussegmente höhere Erfolgsraten, aber auch höhere Eintrittsbarrieren.
Kann ich als Franchise-Nehmer eigene Marketingstrategien umsetzen?
Die Flexibilität bei Marketingmaßnahmen ist eines der kontroversesten Themen in Franchise-Systemen. Die meisten Systeme haben strikte Brand-Guidelines, die lokale Anpassungen stark einschränken. Sie dürfen normalerweise keine eigenständigen Werbekampagnen entwickeln, die vom Corporate Design abweichen. Lokale Kooperationen mit Bauträgern, Banken oder anderen Dienstleistern müssen oft vorab genehmigt werden. Digital Marketing ist besonders reglementiert: Website-Design, Social Media-Auftritte und Online-Werbung folgen meist zentralen Vorgaben. Einige progressive Systeme gewähren mehr Freiheiten, verlangen aber trotzdem die Freigabe aller Materialien. Die Realität liegt oft irgendwo dazwischen: Erfolgreiche Franchise-Nehmer finden kreative Wege, innerhalb der Systemgrenzen lokale Akzente zu setzen. Prüfen Sie die Marketingrichtlinien genau und lassen Sie sich Beispiele erfolgreicher lokaler Anpassungen zeigen, bevor Sie sich entscheiden.
Wie einfach ist der Ausstieg aus einem Franchise-Vertrag?
Franchise-Verträge sind in der Regel langfristig angelegt und der Ausstieg ist komplizierter als viele erwarten. Typische Vertragslaufzeiten betragen 5-10 Jahre mit automatischer Verlängerung, wenn nicht fristgerecht gekündigt wird. Vorzeitige Kündigung ist meist nur bei schwerwiegenden Vertragsverletzungen der anderen Seite möglich oder gegen erhebliche Vertragsstrafen. Diese können bis zu 50% der noch ausstehenden Franchisegebühren betragen. Zusätzlich bestehen oft Konkurrenzverbote, die Sie für 1-3 Jahre nach Vertragsende daran hindern, im gleichen Geschäftsfeld und in der Region tätig zu werden. Die Markennutzung endet sofort, und Sie müssen alle Corporate-Design-Elemente entfernen. Besonders problematisch: Kundendatenbanken gehören oft dem Franchise-System, nicht Ihnen. Der Übergang zu einem anderen System oder zur Selbstständigkeit erfordert daher einen kompletten Neuaufbau. Lassen Sie Ausstiegsklauseln vorab von einem spezialisierten Anwalt prüfen und verhandeln Sie faire Konditionen.
Lohnt sich ein Franchise-System für erfahrene Makler oder nur für Einsteiger?
Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, da sie stark von den individuellen Zielen und der Marktsituation abhängt. Für Quereinsteiger ohne Branchenerfahrung bieten Franchise-Systeme unbestreitbare Vorteile: strukturierte Ausbildung, bewährte Prozesse und sofortige Markenbekanntheit. Die Erfolgswahrscheinlichkeit ist statistisch höher als beim direkten Start als freier Makler. Erfahrene Makler profitieren weniger von der Grundausbildung, können aber trotzdem von der Markenpower und den Systemressourcen profitieren. Besonders bei der Expansion in neue Märkte oder Kundensegmente kann ein etabliertes System hilfreich sein. Allerdings sind die Opportunitätskosten höher: Ein erfahrener Makler mit gutem Kundenstamm "verschenkt" möglicherweise 6-12% seines Umsatzes an Franchisegebühren, ohne entsprechenden Mehrwert zu erhalten. Die Entscheidung hängt auch vom lokalen Markt ab. In gesättigten Märkten mit starker Konkurrenz kann die Markenbekanntheit eines Franchise-Systems auch für erfahrene Makler entscheidende Vorteile bringen.
Sie möchten wissen, welches Geschäftsmodell konkret für Ihre Situation am besten geeignet ist? In einem kostenlosen Erstgespräch analysieren wir Ihre persönlichen Ziele, Ihre Marktsituation und Ihre finanziellen Möglichkeiten. Gemeinsam entwickeln wir eine Strategie, die zu Ihnen passt – ob Franchise-System, freier Makler oder eine individuelle Lösung dazwischen.
