Marketing für Ingenieurbüros

Marketing für Ingenieurbüros

15 Min. LesezeitAktualisiert: Feb 2026

Warum Ingenieurbüros (Bauingenieure, Tragwerksplaner, TGA-Planer) gezieltes Marketing brauchen

Die Zeiten, in denen Ingenieurbüros allein durch technische Kompetenz und Mundpropaganda genügend Aufträge generierten, sind vorbei. Der deutsche Markt für technische Planungsleistungen ist fragmentiert und härter umkämpft denn je. Laut Bundesingenieurkammer sind über 50.000 beratende Ingenieure in Deutschland tätig – eine Zahl, die kontinuierlich steigt, während sich das Auftragsvolumen in vielen Regionen verlangsamt.

Besonders kritisch wird die Situation durch die Abhängigkeit von wenigen Großkunden. Eine Analyse der Branchenstruktur zeigt, dass typische Ingenieurbüros 60-80% ihres Umsatzes mit nur 3-5 Hauptauftraggebern erzielen. Fällt einer dieser Kunden weg, geraten viele Büros schnell in existenzbedrohende Situationen. Diese Klumpenrisiken entstehen oft dadurch, dass Ingenieurbüros hauptsächlich als Subunternehmer von Architekten oder größeren Planungsgesellschaften arbeiten und selten direkten Kundenkontakt aufbauen.

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Schon gewusst? Über 70% der Ingenieurbüros in Deutschland haben weniger als 10 Mitarbeiter. Diese kleinen Strukturen erschweren es, systematisches Marketing zu betreiben, obwohl gerade sie am stärksten von Kundenakquise abhängig sind.

Die HOAI-Bindung verstärkt das Problem zusätzlich. Da Honorare weitgehend normiert sind, können sich Ingenieurbüros kaum über den Preis differenzieren. Umso wichtiger wird die Positionierung über Expertise, Spezialisierung und Vertrauen – alles Faktoren, die nur durch gezieltes Marketing aufgebaut werden können. Viele Büros unterschätzen dabei, dass auch B2B-Kunden heute online recherchieren, bevor sie Planungsleistungen vergeben.

Ein weiterer Aspekt ist die demografische Entwicklung der Branche. Viele Büroinhaber stehen vor der Nachfolge und müssen ihren Betrieb verkaufsfähig machen. Ein Ingenieurbüro mit breiter Kundenbasis und starker Marktpositionierung erzielt beim Verkauf deutlich höhere Preise als eines, das von wenigen Großkunden abhängig ist. Marketing wird so auch zur Wertsteigerung des eigenen Unternehmens.

Die Digitalisierung verändert außerdem die Kundenerwartungen. Auftraggeber erwarten heute professionelle Websites, schnelle Kommunikation und transparente Projektabwicklung. Ingenieurbüros, die hier nicht mithalten können, verlieren systematisch Marktanteile an modernere Wettbewerber.

Die wichtigsten Marketing-Kanäle für Ingenieurbüros (Bauingenieure, Tragwerksplaner, TGA-Planer)

Website und SEO als Fundament

Eine professionelle Website ist für Ingenieurbüros heute Pflicht, nicht Kür. Sie fungiert als digitale Visitenkarte und Referenzbuch gleichzeitig. Wichtig ist dabei eine klare Struktur nach Leistungsbereichen (Tragwerksplanung, TGA, Bauingenieurwesen) und aussagekräftige Referenzprojekte mit konkreten Kennzahlen. Statt abstrakt über "innovative Lösungen" zu schreiben, sollten Büros konkrete Projekte vorstellen: "Planung einer 12-stöckigen Hybrid-Konstruktion mit 30% Materialersparnis gegenüber konventioneller Bauweise."

Suchmaschinenoptimierung zahlt sich für Ingenieurbüros besonders aus, da die Konkurrenz hier noch schwach aufgestellt ist. Lokale SEO-Begriffe wie "Tragwerksplaner München" oder "TGA-Planung Hamburg" haben oft überraschend geringen Wettbewerb. Ein gut optimiertes Büro kann hier schnell auf Seite 1 ranken und qualifizierte Anfragen generieren. Die Investition liegt bei 2.000-5.000 Euro monatlich für professionelle SEO-Betreuung, je nach Standort und Konkurrenzsituation.

Unser Tipp: Positionieren Sie sich über Nischenbereiche. "Ingenieurbüro für Industriebau" rankt schwieriger als "Experten für Schwingungsanalysen in Produktionsanlagen". Je spezifischer die Expertise, desto einfacher die Online-Sichtbarkeit.

LinkedIn als B2B-Plattform

LinkedIn entwickelt sich zunehmend zum wichtigsten Akquisekanal für B2B-orientierte Ingenieurbüros. Hier tummeln sich Architekten, Bauträger, Projektentwickler und andere potenzielle Auftraggeber. Der Schlüssel liegt im Aufbau einer Expertise-basierten Präsenz: Regelmäßige Beiträge zu technischen Entwicklungen, Kommentierung von Branchentrends und das Teilen von Projekt-Insights schaffen Vertrauen und Sichtbarkeit.

Besonders effektiv sind Case-Study-Posts, die konkrete Herausforderungen und Lösungsansätze aufzeigen. Ein Beitrag über die statische Berechnung einer schwierigen Dachkonstruktion mit Fotos und technischen Details kann hunderte relevante Kontakte erreichen und neue Projektanfragen generieren. Der Zeitaufwand liegt bei etwa 2-3 Stunden pro Woche für kontinuierliche Aktivität.

Fachmedien und Branchenpublikationen

Fachzeitschriften wie "Der Bauingenieur", "tab – Das Fachmagazin der TGA-Branche" oder regionale Architektenblätter erreichen genau die Zielgruppe von Ingenieurbüros. Fachartikel zu spezialisierten Themen positionieren Büros als Experten und generieren langfristig Anfragen. Die Veröffentlichung eines gut recherchierten Artikels kostet zwar 2-3 Arbeitstage, kann aber über Jahre hinweg Neukunden bringen.

Auch Online-Fachportale wie BauNetz oder Competitionline bieten Möglichkeiten zur Expertenpräsentation. Hier können Büros Projekte einstellen und sich über Fachartikel als Spezialisten positionieren.

Ausschreibungsportale und -services

Für viele Ingenieurbüros sind öffentliche Ausschreibungen eine wichtige Einnahmequelle. Professionelle Ausschreibungsservices wie DTAD oder subreport kosten zwar 200-800 Euro monatlich, können aber den Zugang zu lukrativen Projekten deutlich verbessern. Wichtig ist die systematische Bearbeitung: Ein Vollzeit-Bearbeiter für Ausschreibungen amortisiert sich oft schon mit 2-3 zusätzlichen Zuschlägen pro Jahr.

Netzwerk und Direktansprache

Der klassische Vertrieb über persönliche Kontakte bleibt für Ingenieurbüros zentral. Architekten, Bauträger und Generalunternehmer vergeben Planungsaufträge häufig an bekannte und vertrauenswürdige Partner. Systematischer Netzwerkaufbau durch Branchenevents, Kammertreffen und gezielte Kundenbesuche ist daher unverzichtbar. Ein Senior-Partner sollte mindestens 20% seiner Zeit für Akquise und Kundenpflege einplanen.

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Schon gewusst? Über 60% aller Planungsaufträge werden ohne öffentliche Ausschreibung vergeben. Der Zugang zu diesen "Hidden Jobs" funktioniert fast ausschließlich über persönliche Netzwerke und Empfehlungen.

Die Kombination mehrerer Kanäle ist entscheidend: SEO und Website sorgen für Grundsichtbarkeit, LinkedIn und Fachmedien für Expertenpräsenz, während persönliche Netzwerke die konkreten Geschäfte abschließen. Erfolgreiche Büros investieren 8-12% ihres Umsatzes in Marketing – deutlich mehr als der Branchendurchschnitt von 3-4%.

Typische Fehler im Marketing für Ingenieurbüros (Bauingenieure, Tragwerksplaner, TGA-Planer)

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Zu technische Kommunikation ohne Business-Nutzen

Der häufigste Fehler von Ingenieurbüros ist die rein technisch fokussierte Kommunikation. Websites voller Fachbegriffe, die nur andere Ingenieure verstehen, verfehlen die Zielgruppe komplett. Die Entscheider bei Auftraggebern – sei es der Architekt, Bauträger oder Facility Manager – interessieren sich primär für den Business-Nutzen: Kostenersparnis, Zeitgewinn, Risikoreduzierung oder Mehrwert für Endkunden.

Ein typisches Beispiel: Statt "Wir erstellen baudynamische Berechnungen nach DIN 4150" sollte es heißen "Wir sorgen dafür, dass Ihre Bewohner keine Schwingungen spüren und teure Nachbesserungen vermieden werden." Die technische Kompetenz wird vorausgesetzt – kommuniziert werden muss der konkrete Mehrwert für das Projekt und den Auftraggeber.

Dieser Fehler zeigt sich besonders deutlich in der SEO-Optimierung. Ingenieurbüros optimieren oft auf Begriffe wie "FEM-Berechnung" oder "thermische Simulation", obwohl potenzielle Kunden eher nach "Energieberatung Bürogebäude" oder "Statiker für Dachausbau" suchen. Das Ergebnis: Viel Aufwand für SEO, aber keine relevanten Anfragen.

Fehlende Spezialisierung und Positionierung

Viele Ingenieurbüros präsentieren sich als Generalisten, die "alles können" – von Wohnungsbau über Industrieanlagen bis zu Infrastrukturprojekten. Diese Beliebigkeit macht es unmöglich, sich im Markt zu differenzieren und Premiumhonorare durchzusetzen. Spezialisierte Büros erzielen typischerweise 20-40% höhere Stundensätze als Generalisten, weil sie als Experten wahrgenommen werden.

Ein TGA-Büro, das sich ausschließlich auf Rechenzentren spezialisiert hat, kann deutlich höhere Honorare verlangen als eines, das "alle Gebäudetypen" bearbeitet. Die Spezialisierung ermöglicht zudem gezieltes Marketing: Fachkonferenzen für Rechenzentrum-Betreiber sind effizienter zu besuchen als allgemeine Baumessen.

Achtung: Die HOAI gibt Mindest- und Höchsthonorare vor, aber innerhalb dieser Spannen können spezialisierte Büros durchaus Premiumpreise durchsetzen. Entscheidend ist die wahrgenommene Expertise.

Vernachlässigung der Website-Pflege

Viele Ingenieurbüros behandeln ihre Website als "einmalige Investition" und aktualisieren sie jahrelang nicht. Veraltete Referenzen, tote Links und überholte Teamfotos signalisieren potenziellen Kunden mangelnde Professionalität. Besonders fatal: Websites ohne mobile Optimierung. Über 40% der B2B-Entscheider recherchieren heute über mobile Geräte.

Google bewertet Websites mit regelmäßigen Updates positiv für das SEO-Ranking. Ein Blog mit monatlichen Fachartikeln oder eine regelmäßig aktualisierte Referenzsektion kann die Sichtbarkeit deutlich verbessern. Der Aufwand ist überschaubar: 2-3 Stunden monatlich für Website-Updates haben oft größere Wirkung als teure Printwerbung.

Unterschätzen von LinkedIn als Business-Netzwerk

Während Marketing für Immobilien & Finance die Potenziale von LinkedIn schon lange nutzt, hinken Ingenieurbüros hier deutlich hinterher. Viele haben zwar ein Profil, nutzen es aber nur passiv. Dabei sind gerade die Entscheider für Planungsaufträge – Architekten, Projektentwickler, Bauträger – sehr aktiv auf LinkedIn unterwegs.

Ein Büroinhaber, der wöchentlich relevante Inhalte postet und sich in Diskussionen einbringt, baut systematisch seine Reputation auf. Das führt zu konkreten Projektanfragen: Ein Tragwerksplaner aus Stuttgart generierte über LinkedIn-Aktivität in 18 Monaten Projekte im Wert von über 400.000 Euro Honorar – bei einem Zeitaufwand von 2-3 Stunden pro Woche.

Fehlende Erfolgsmessung und Budgetverteilung

Die meisten Ingenieurbüros können nicht sagen, welche Marketing-Maßnahmen tatsächlich Kunden bringen. Ohne Tracking von Anfragequellen ist eine sinnvolle Budgetallokation unmöglich. Dabei sind die Hebel messbar: Website-Besucher, Anfragen über Kontaktformulare, LinkedIn-Reichweite oder Response-Raten bei Ausschreibungen.

Ein einfaches CRM-System mit Erfassung der Anfragequelle ("Wie sind Sie auf uns aufmerksam geworden?") schafft bereits Klarheit. Büros, die ihre Marketing-ROI systematisch messen, optimieren ihre Aktivitäten kontinuierlich und erzielen deutlich bessere Ergebnisse bei gleichem Budget.

Praxisbeispiel: So kann erfolgreiches Marketing aussehen

Ein mittelständisches TGA-Planungsbüro mit 15 Mitarbeitern in einer süddeutschen Großstadt stand 2022 vor typischen Herausforderungen: 75% des Umsatzes kamen von nur drei Architektur-Partnern, die Website war seit 2018 nicht aktualisiert worden, und neue Kundenanfragen gingen kontinuierlich zurück. Der Inhaber erkannte, dass die bisherige Vollabhängigkeit von bestehenden Kontakten das Unternehmen gefährdet.

Die Analyse ergab klare Schwachstellen: Bei Google-Suchen nach "TGA Planung [Stadt]" war das Büro nicht auf der ersten Seite zu finden. Die Website zeigte hauptsächlich technische Details ohne erkennbaren Kundennutzen. LinkedIn wurde nur sporadisch genutzt, obwohl viele Zielkunden dort aktiv waren.

Die Strategie konzentrierte sich auf drei Hebel: Zunächst wurde die Website komplett überarbeitet – mit Fokus auf Kundennutzen statt technische Details. Statt "Wir berechnen Heizlasten nach DIN EN 12831" hieß es nun "Wir sorgen für optimale Raumtemperaturen bei minimalen Betriebskosten – Ihre Mieter sind zufrieden, Ihre Nebenkosten sinken um bis zu 25%". Gleichzeitig startete eine SEO-Optimierung auf lokale Suchbegriffe wie "TGA Planung [Stadt]" und "Energieberatung Bürogebäude [Region]".

Der zweite Baustein war systematische LinkedIn-Aktivität. Der Geschäftsführer postete wöchentlich Einblicke aus aktuellen Projekten – anonymisiert, aber mit konkreten Zahlen: "Durch optimierte Lüftungsplanung 180.000 kWh Energieeinsparung pro Jahr erreicht. Das entspricht 54.000 Euro weniger Betriebskosten für unseren Bauherrn." Diese Posts generierten hohe Engagement-Raten und neue Follower aus der Zielgruppe.

Parallel wurde die Expertise gezielt über Fachartikel in regionalen Architekturmagazinen positioniert. Ein Artikel über "TGA-Planung für Plus-Energie-Bürogebäude" brachte innerhalb von sechs Monaten acht konkrete Projektanfragen.

Die Ergebnisse nach 18 Monaten: Der organische Website-Traffic stieg um 380%, die Anzahl qualifizierter Anfragen verdreifachte sich. Wichtiger noch: Die Kundenstruktur diversifizierte sich erheblich. Statt 75% Umsatzanteil bei drei Kunden verteilte sich das Geschäft nun auf zwölf aktive Auftraggeber. Das Büro konnte erstmals seit Jahren auch Projekte ablehnen und selektiver werden. Der Gesamtumsatz wuchs um 28%, bei gleichzeitig besserer Margen durch die stärkere Verhandlungsposition.

Unser Tipp: Erfolgreiche B2B-Akquise braucht Geduld. Die ersten messbaren Effekte zeigen sich meist nach 6-9 Monaten, der volle ROI oft erst nach 18-24 Monaten. Durchhaltevermögen ist daher entscheidend für den Erfolg.

Besonders bemerkenswert war die Entwicklung der Auftragswerte: Durch die gestärkte Marktposition und Expertise-Wahrnehmung konnte das Büro auch größere Projekte akquirieren. Der durchschnittliche Auftragswert stieg von 45.000 auf 78.000 Euro – ein deutlicher Beleg für die Premiumpositionierung durch gezieltes Marketing.

Marketing-Budget: Was sollten Ingenieurbüros (Bauingenieure, Tragwerksplaner, TGA-Planer) investieren?

Die Frage nach dem richtigen Marketing-Budget beschäftigt fast alle Ingenieurbüros. Während die meisten Büros derzeit nur 2-4% ihres Umsatzes für Marketing ausgeben, empfehlen Experten für nachhaltiges Wachstum 8-12% – vergleichbar mit anderen B2B-Dienstleistern.

Website und SEO: 2.000-5.000 Euro monatlich

Eine professionelle Website-Entwicklung für Ingenieurbüros kostet initial 8.000-15.000 Euro, je nach Funktionsumfang und Design-Anspruch. Wichtiger sind jedoch die laufenden Kosten für SEO-Betreuung: 2.000-3.500 Euro monatlich für lokale bis regionale Optimierung, 3.500-5.000 Euro für überregionale Sichtbarkeit. Diese Investition amortisiert sich typischerweise durch 2-3 zusätzliche Projekte pro Jahr.

Content-Erstellung durch externe Fachtexter kostet 150-250 Euro per Fachartikel. Ein monatlicher Artikel plus quartalsweise umfangreichere Themenbeiträge führen zu Kosten von etwa 800-1.200 Euro monatlich. Viele Büros unterschätzen den Zeitaufwand für qualitativ hochwertigen Content – ein guter Fachartikel erfordert 6-8 Stunden Arbeitszeit.

LinkedIn und Social Media: 500-1.500 Euro monatlich

LinkedIn Marketing kann größtenteils in-house abgewickelt werden. Der Zeitaufwand liegt bei 2-3 Stunden wöchentlich für regelmäßige Posts und Interaktion. Für Büros ohne interne Kapazitäten kostet professionelle LinkedIn-Betreuung 800-1.500 Euro monatlich. LinkedIn Premium für erweiterte Suchfunktionen schlägt mit etwa 80 Euro monatlich zu Buche.

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Schon gewusst? LinkedIn-Werbeanzeigen für Ingenieurbüros kosten durchschnittlich 8-15 Euro pro Klick – deutlich mehr als Google Ads, aber mit sehr zielgenauer B2B-Ansprache. Für Lead-Generation sind 1.000-2.000 Euro monatliche Werbeausgaben realistisch.

Fachmedien und PR: 300-800 Euro monatlich

Fachartikel in Branchenpublikationen sind meist kostenfrei, erfordern aber erheblichen Zeitaufwand. Externe PR-Unterstützung für Pressearbeit und Fachartikel kostet 300-600 Euro monatlich. Anzeigen in relevanten Fachmedien schlagen mit 2.000-8.000 Euro pro Schaltung zu Buche – oft mit fraglichem ROI.

Google Ads: 1.000-3.000 Euro monatlich

Google Ads funktionieren für Ingenieurbüros nur bei sehr spezifischen Suchbegriffen. Lokale Begriffe wie "Statiker [Stadt]" oder "TGA Planung [Region]" haben Klickpreise von 3-8 Euro. Ein realistisches Monatsbudget liegt bei 1.000-3.000 Euro, wobei die Conversion-Rate oft niedrig ist. Viele Büros erzielen bessere ROI mit SEO statt bezahlter Werbung.

Events und Networking: 200-500 Euro monatlich

Branchenevents, Kammertreffen und Fachkonferenzen kosten 150-800 Euro pro Veranstaltung. Für systematisches Networking sollten 2.400-6.000 Euro jährlich eingeplant werden. Der ROI ist schwer messbar, aber für B2B-Geschäft unverzichtbar.

Realistische Gesamtbudgets nach Bürogröße:

Kleine Büros (bis 5 Mitarbeiter): 3.000-6.000 Euro monatlich, Fokus auf Website/SEO und LinkedIn. Mittlere Büros (6-20 Mitarbeiter): 5.000-12.000 Euro monatlich, zusätzlich PR und Events. Große Büros (über 20 Mitarbeiter): 8.000-20.000 Euro monatlich, Vollprogramm inklusive spezialisierter Betreuung.

Viele Büros starten mit 60% des Zielbudgets und steigern sukzessive. Wichtig ist die kontinuierliche Erfolgsmessung: Welche Maßnahmen bringen tatsächlich Anfragen und Projekte? Diese Daten ermöglichen eine optimierte Budgetallokation und besseren ROI.

Wie auch beim Marketing für Architekten gilt: Konstanz schlägt Kampagnen. Lieber 12 Monate mit 4.000 Euro monatlich als ein Quartal mit 15.000 Euro und danach nichts.

Fazit: So starten Sie richtig

Der Wandel vom reinen Empfehlungsgeschäft hin zu strukturiertem Marketing ist für Ingenieurbüros heute überlebenswichtig. Die Zeiten, in denen technische Exzellenz allein für kontinuierliche Auftragslage sorgte, sind endgültig vorbei. Erfolgreiche Büros unterscheiden sich durch systematische Marktbearbeitung und professionelle Außendarstellung.

Der Startpunkt liegt immer bei der eigenen Website. Bevor Sie in teure Werbemaßnahmen investieren, muss Ihr digitaler Auftritt professionell und kundenorientiert sein. Eine schlecht gemachte Website verschwendet jeden Marketing-Euro, den Sie anschließend ausgeben. Konzentrieren Sie sich dabei auf den Kundennutzen Ihrer Leistungen, nicht auf technische Details.

Parallel dazu sollten Sie LinkedIn als Business-Plattform ernst nehmen. Der Aufbau einer Expertise-basierten Präsenz kostet nur Zeit, hat aber oft die beste ROI aller Marketing-Aktivitäten. Drei Posts pro Woche mit echten Projekt-Einblicken bringen mehr als jede Printwerbung.

Die Spezialisierung auf Nischenmärkte oder bestimmte Gebäudetypen erleichtert sowohl Marketing als auch Preisdurchsetzung erheblich. "Experte für Industriebau" ist eine schwächere Position als "Spezialist für Schwingungsanalysen in Produktionsanlagen". Je spezifischer Ihre Expertise, desto einfacher die Positionierung.

Planen Sie realistisch: Marketing-Erfolge brauchen 12-18 Monate bis zur vollen Entfaltung. Die meisten Büros geben zu früh auf oder investieren zu wenig. 8-10% des Umsatzes sind für nachhaltiges Wachstum notwendig – deutlich mehr als die meisten Büros heute ausgeben.

Messen Sie konsequent alle Marketing-Aktivitäten. Ohne Tracking der Anfragequellen können Sie nicht wissen, welche Maßnahmen funktionieren. Ein einfaches CRM mit Erfassung der Kontaktquelle schafft bereits wertvolle Erkenntnisse für die Budgetoptimierung.

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Häufige Fragen

Der Schlüssel liegt im Fokus auf den Business-Nutzen statt technische Details. Sprechen Sie die Sprache Ihrer Auftraggeber: Architekten interessieren sich für Planungssicherheit und Termineinhaltung, Bauträger für Kostenoptimierung und Risikominimierung. Statt "Wir erstellen FEM-Berechnungen nach Eurocode" formulieren Sie "Wir sorgen für sichere Konstruktionen ohne teure Materialverschwendung". Verwenden Sie konkrete Zahlen und Beispiele: "25% Stahlersparnis durch optimierte Trägeranordnung" ist verständlicher als "statisch optimierte Lösungen". Visualisierungen helfen enorm – 3D-Darstellungen, Vorher-Nachher-Vergleiche oder einfache Skizzen machen komplexe Planungsleistungen greifbar. Testimonials von zufriedenen Auftraggebern in deren eigenen Worten sind oft wirkungsvoller als eigene Leistungsbeschreibungen.

LinkedIn ist mit Abstand die wichtigste Plattform für B2B-orientierte Ingenieurbüros. Hier sind Architekten, Bauträger, Projektentwickler und andere Auftraggeber aktiv. XING spielt im deutschsprachigen Raum noch eine Rolle, verliert aber kontinuierlich an Bedeutung. Facebook und Instagram sind für die meisten Ingenieurbüros wenig relevant, es sei denn, Sie arbeiten stark im Wohnungsbau und wollen Endkunden erreichen. YouTube kann für TGA-Planer interessant sein, um komplexe Anlagentechnik zu erklären, erfordert aber hohen Produktionsaufwand. Die Faustregel: Konzentrieren Sie sich auf LinkedIn und machen Sie das richtig, statt mehrere Plattformen halbherzig zu bespielen. Regelmäßige, wertvolle Beiträge auf einer Plattform sind effektiver als sporadische Aktivität auf mehreren Kanälen.

Erfolgsmessung beginnt mit der systematischen Erfassung aller Anfragequellen. Fragen Sie jeden neuen Interessenten: "Wie sind Sie auf uns aufmerksam geworden?" Dokumentieren Sie die Antworten in einem CRM-System oder Excel-File. Für die Website nutzen Sie Google Analytics, um Traffic-Entwicklung und Anfragen zu verfolgen. LinkedIn bietet detaillierte Statistiken zu Post-Reichweite und Profil-Aufrufen. Definieren Sie klare KPIs: Website-Besucher, Kontaktformular-Anfragen, LinkedIn-Follower, aber vor allem qualifizierte Projektanfragen und abgeschlossene Aufträge. Ein einfacher Marketing-ROI: Teilen Sie die Honorarsumme aus Marketing-generierten Projekten durch Ihre Marketing-Ausgaben. Werte über 3:1 sind gut, über 5:1 exzellent. Messen Sie mindestens quartalsweise und adjustieren Sie das Budget entsprechend der Performance einzelner Kanäle.

Die optimale Strategie kombiniert beide Ansätze, aber mit klaren Prioritäten. Öffentliche Ausschreibungen bieten Planungssicherheit und rechtlich saubere Vergabeverfahren, sind aber meist preisorientiert und bieten wenig Differenzierungsmöglichkeiten. Private Direktaufträge ermöglichen bessere Margen und langfristige Partnerschaften, erfordern aber intensivere Beziehungsarbeit. Erfolgreiche Büros nutzen Ausschreibungen für Grundauslastung und bauen parallel ein Netzwerk für Direktaufträge auf. Spezialisierte Büros können sich oft aus dem Preiskampf bei Ausschreibungen heraushalten und fokussieren auf Direktansprache. Die Faustregel: Je standardisierter Ihre Leistung, desto wichtiger sind Ausschreibungsplattformen. Je spezialisierter und beratungsintensiver, desto mehr zahlt sich direkte Kundenansprache aus. Ähnlich wie beim SEO für Architekten gilt: Diversifizierung der Akquisekanäle reduziert Risiken und stabilisiert die Auftragslage.

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